Da staunten unsere Schülerinnen und Schüler der 5d nicht schlecht, als sie am vergangenen Dienstag, den 03. Februar 2026 von einem modernen Reisebus direkt vor der Haustür ihrer Schule abgeholt wurden. Das Ziel war klar: sie wollten gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Stefer, Herrn Mertens, unserem Schulsozialarbeiter (MPT), sowie ihrer Deutschlehrerin Frau Rouxel das Bergische Museum für Bergbau in Bensberg besuchen.


Dort angekommen, wurden unsere Schülerinnen und Schüler von drei pädagogischen Mitarbeiterinnen des Museums in Empfang genommen und dann in drei Gruppen eingeteilt, denn unser Tagesziel bestand darin, das Leben einer Bergarbeiterfamilie um ca. 1907 kennenzulernen.
Dabei erhielten die Kids Einblicke in die Lebenswelt der Väter, die im Bergbau untertage, bei schlechtem Tageslicht und staubiger Luft, Zink, Blei und Eisenerze von Hand oder mit Dynamit abbauen mussten.



Alle Gruppen wurden durch das Kellergewölbe des Museums geführt, wo sie in naturgetreu nachgebauten Stollen eines Bergwerkes aus der Zeit miterleben konnten, wie viel Lärm eine Wasserpumpe so machte, wozu sie benutzt wurde oder was es bedeutete, wenn Gas in die Schächte eindrang und die Bergleute so manches Mal von Kanarienvögeln gewarnt wurden, die unmittelbar aufhörten zu zwitschern oder gar umfielen.
Auch erfuhren die Kinder der 5d, dass so ein Bergarbeiter nicht wirklich sehr alt wurde, da viele durch das Einatmen des Feinstaubs untertage an Gesteinsstaublungen erkrankten und vorzeitig starben.
Rente oder Pension gab es damals nicht, stattdessen mussten die Mütter und Kinder andere Aufgaben im Bergwerk verrichten, um den Lebensunterhalt zu sichern.



Die Mütter waren in den größten Teil des Tages mit körperlicher Schwerstarbeit im Haushalt beschäftigt, denn Waschmaschinen, Wäschetrockner oder Spülmaschinen gab es natürlich noch lange nicht. Auch mussten Mütter und Kinder beim Gemüseanbau im heimischen Garten oder der Herstellung von Butter, Kleidung und anderem helfen.



Ganz wichtig war auch ihre Rolle als sogenannte „Erzengel“, was bedeutete, dass sie die geförderten Rohstoffe – wie Blei, Zink, Eisenerz – wuschen und somit von Unreinheiten befreiten. Auch dies war keine ganz ungefährliche Arbeit, denn die Folgeschäden, die durch den Kontakt zu Blei entstehen können, waren damals weitestgehend unbekannt.
Auch auf die Gruppe der Kinder warteten spannende Aufgaben: so erfuhren sie beispielsweise, dass die Schulkinder manchmal mehr als zwei Stunden zu Fuß zur nächsten Schule unterwegs waren. Um sich den Schulweg ein wenig interessanter zu gestalten, lernten sie zu Kaiser Wilhelms Geburtstag ein Gedicht auswendig. Wenn sie aus der Schule wieder zuhause ankamen, mussten sie ihrer Mutter zur Hand gehen und entweder Wasser vom Brunnen schöpfen und nach Hause tragen oder aber Butter schlagen.
All das durften die Kids der 5d vor Ort ausprobieren! Sahne wurde in Marmeladengläser gefüllt, dann von Hand so lange gerüttelt, bis die Sahne zu klumpen begann und dann schließlich zu Butter wird. Danach durften sie die Butter auf Stullen mit Salz streichen und probieren. So mancher Schüler, der zuerst skeptisch war oder sogar meinte, er habe eine Butterallergie, fand die selbst geschlagene Butter richtig lecker und es blieb nicht bei einem Stück Brot.






Insbesondere aufgrund ihrer Körpergröße und auch ihrer zarten Hände wurden sie darüber hinaus auch im Bergwerk und beim Waschen der Erze eingesetzt … richtig Kind durften die Kinder damals nicht lange bleiben.
Alles in allem staunten die Schülerinnen und Schüler nicht schlecht, denn in den vier Stunden vor Ort konnten sie am eigenen Leib erfahren und auch begreifen, wie das Leben einer bergischen Familie in Bensberg zu Beginn des 20. Jahrhunderts so war. Zur Sicherung ihres Wissens erstellten die Schülerinnen und Schüler am Ende der Veranstaltung Powerpoint-Präsentationen auf den mitgebrachten IPads, die sie auch anderen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5 näherbringen möchten. Alle waren sich einig, dass dieser Schultag viel zu schnell verging!
Bedanken möchten wir uns insbesondere bei den Sponsoren dieses einzigartigen Erlebnisses bei den KulturScouts Bergisches Land! Die Kids der 5D haben auf spielerische Art und Weise viel Neues hinzugelernt.



Text: S. Rouxel Fotos: Rx/Sef und die Kids der 5d
