Vom Drogenhandel ins Klassenzimmer- Ein ehemaliger Dealer klärt auf

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  • Beitrag veröffentlicht:30. April 2026
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In den Kalenderwochen 17-18 hatte der ganze Jahrgang neun einen Informationstag zu dem Thema „Lernraum Knast“. Sven Wirsen besuchte an vier Tagen die verschiedenen Klassen, um von seinem „Leben im Knast und Drogenhandel mit Konsequenzen“ zu berichten. An diesen Tagen bekamen wir einen Einblick, in das Leben eines ehemaligen Drogenhändlers. Er ließ uns an seinem Leben vor und nach den Drogen teilhaben. Eindrücklich erzählte er uns auch von seinen eigenen Erfahrungen mit den verschiedensten Drogen.

Der Tag begann für uns mit einer Vorstellung der häufigsten eingenommenen Drogen und ihren Wirkungen. Alle durften aktiv mitmachen, indem wir Bilder der verschiedenen Drogen den entsprechenden Kategorien zuordnen sollten. Diese Kategorien waren: Legale Drogen, illegale Drogen, Halluzinogene, Aufputschmittel, sowie Opioide. Neben den Sachinformationen ergänzte Herr Wirsen diese mit eigenen Erlebnissen und Erfahrungen, was das Ganze viel interessanter und auch begreifbarer machte. Uns wurde bewusst, was die verschiedenen Drogen bewirken und mit uns machen. Hierzu schauten wir auch noch den Kurzfilm „Nuggets“, ein Suchtfilm, in dem gezeigt wird wie Drogensucht abläuft.

Immer wieder gab es Einblicke in seine persönlichen Erfahrungen mit den Auswirkungen des Konsums, sowohl was die Drogen mit seinem Körper als auch mit seinem Leben gemacht haben. Einige von uns haben sich nach den Erzählungen und einem Film, der über Drogenkonsum informierte, sehr unwohl gefühlt, da wir uns den massiven Auswirkungen nicht bewusst waren. Er hat uns jederzeit die Möglichkeit gegeben Fragen zu stellen, die er ganz ehrlich beantwortet hat und wir durften immer wieder unser eigenes Wissen einbringen.

Er gab ehrlich zu, dass er sehr froh war, gefasst worden zu sein. Eine einzige Pille war sein Weg in die Sucht, eine falsche Entscheidung, die seinem Leben eine solche Wendung gab und ihn letztendlich in den Knast führte.

Anschließend las er uns eine persönliche Liste vor. Dort hatte er alle seine Freunde notiert, bei denen die Drogensucht schwerwiegende Folgen gehabt hatten bzw. haben. Er hat viele Menschen an die Drogen verloren und bei einigen gab er zu, dass er es selbst zu verantworten habe, sie dorthin gebracht zu haben. Gerade diese Liste und seine Lebensgeschichte haben viele von uns sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht!

Am Ende erzählte er uns noch von seiner Zeit im Knast. Es war schockierend, was er uns an Bildern zeigte. Auch diese Erzählungen machten uns bewusst, dass ein Leben im Gefängnis nicht so ist, wie Film und Fernsehen es uns zeigen, sondern hart und erniedrigend. Knast ist kein erstrebenswertes Ziel!

Wir fanden diesen außergewöhnlichen und informativen Tag sehr spannend und lehrreich.

Danke, dass uns jemand so offen berichtet und nichts beschönigt hat!

Text: Angelina (9b)

Fotos: Alexandra Birker