Auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Lindlar können Kinder und Jugendliche eine konkrete Vorstellung von dem Alltagsleben auf dem Land der letzten drei Jahrhunderte bekommen. Zu diesem Zwecke gibt es auf dem 30 Hektar großen Gelände 40 historische Gebäude mit interessanten Ausstellungen. Zudem können dort Workshops gebucht werden und man kann als Gartenpate aktiv werden.
Die Klasse 6b hatte sich den Brotbackworkshop „Vom Korn zum Brot“ für ihren Kulturscoutausflug ausgewählt. In einer kleinen Gebäudegruppe, neben Scheune und Wohnhaus, befand sich der ehemalige Kornspeicher und auch das 250 Jahre alte Backhaus. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie das Korn zur damaligen Zeit mühsam gesät und geerntet wurde. Die Kuh, das Pferd, der Ochse oder auch der Esel waren die Tiere, die dem Bauern beim Pflügen, sähen und ernten zur Seite standen. Danach wurden die Garben, die mit der Sense geerntet worden waren, mit einem Dreschpflegel gedroschen, damit die kostbaren Körner geerntet werden konnten. Aus dem Stroh machte man Strohhüte, stopfte Matratzen, deckte man das Dach und flocht Körbe. Die Körner wurden dann mit einem Mahlwerkzeug zu Mehl verarbeitet. In der Bergischen Gegend geschah dies mit Wasser angetriebenen Mühlen. Von da aus ging es zum Backhaus, um das Brot zu erstellen.
Vier Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit den Teig für die anderen Schüler vorzukneten. Als Zutaten wurden Mehl, Hefe, Wasser, Zucker und Salz in die Knetwanne geschüttet. Danach bekam jede Schülerin und jeder Schüler ein Stück Teig, den sie versuchten glatt zu kneten. Dann musste der Teig 15 Minuten gehen bis dann Jede und Jeder sein Stück Teig bekam, aus dem er sein individuelles Brot erstellen konnte. Die meisten Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß dabei und wurden sehr kreativ in der Umsetzung. „Das Brot backen, war echt cool!“, erzählt Luisa. „Ja, sagt Jana, „das hat mir auch viel Spaß gemacht.“











Die Backzeit vertrieben sich die Schülerinnen und Schüler damit, mit Spielzeug der damaligen Zeit zu spielen, einige versuchten sich beim Stelzenlaufen, andere nahmen das Sommerski oder versuchten eine Holzkuh zu melken.



Mit einem Gewicht am ausgestreckten Arm wurde früher ausgelotet, wer welchen Beruf ergreifen sollte. So lange wie man das Gewicht halten konnte, bestimmte also ob man Bauer, Schmied oder ein anderer Handwerker wurde. Die Schülerinnen und Schüler probierten unter lautem Zählen der Klasse auch dies.




Anschließend sahen wir uns das alte Schulgebäude auf dem Gelände an. Wir betrachteten die alten Schulbänke und die alten Ledertaschen der Schülerinnen und Schüler. Lara und Julietta probierten sich am Lehrerpult aus und Anastasia und auch Luisa probierten Sütterlin (die damalige deutsche Schreibschrift) auf Schiefertafeln zu schreiben.



Nach der Freizeit auf dem Gelände konnten sie dann stolz die selbst erstellten Backwerke abholen und mitnehmen. Jan, Julian und Joel fanden das Brot „richtig lecker“, so dass sie es gleich anfingen aufzufuttern.



„Das war, trotz des Regens, ein wirklich schöner Ausflug“, berichten Anastasia und Lara. Vielen Dank an die Kulturscouts dafür!
Text und Fotos: Claudia Bulut
