Die Schulgemeinde trauert um ihren ehemaligen Kollegen und Konrektor Klaus Blumberg. Er verstarb am 12.Oktober 2026.
„Wenn ich an seinem Büro vorbeikam, bot er mir immer ein Stückchen Apfel an. Das werde ich nie vergessen“, erzählt Frau Harrs bewegt. Klaus Blumberg teilte gerne seine Lieblingsfrucht mit anderen. Auch die Kinder seiner Kolleginnen und Kollegen waren in seinem Büro stets willkommen. Er nahm sich Zeit für sie, erzählte ihnen Geschichten, zeigte ihnen die Schule, bewirtete sie mit Äpfelchen oder überraschte sie mit kleinen Geschenken. „Meine mittlerweile 22-jährige Tochter hat die Hasenschule, die er ihr damals schenkte, immer noch in ihrem Regal stehen und hält sie sehr in Ehren“, berichtet Frau Zieris.
Klaus Blumberg unterrichtete seit 1983 Mathematik, Physik und später auch katholische Religion an der ASRS. Er war ein authentischer und nahbarer Lehrer, der bei den Schülerinnen und Schülern sehr beliebt war. Wenn er die Schule betrat, war er häufig von Kindern umringt. Neben der Vermittlung fachlicher Inhalte waren ihm die persönlichen Begegnungen wichtig: Er lachte und erzählte mit den Kindern und nahm sich Zeit für ihre Fragen und Anliegen. Auch schwierige menschliche Themen, wie beispielsweise den Tod, mit ihnen zu besprechen, lag ihm am Herzen.
Frau Schott erinnert sich besonders an sein großes Engagement für das UNICEF-Kinderhilfswerk. „Als Klassenlehrer haben wir alle in seinem Auftrag die Weihnachtskarten verkauft. Auch beim Basar betrieb er einen eigenen Stand mit den Karten“, erzählt sie. Klaus Blumberg setzte sich mit viel Einsatz für soziale Projekte ein. Er initiierte den Sponsorenlauf und war maßgeblich am Litauen-Austausch beteiligt. Wenn Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler aus Vilnius nach Remscheid kamen, lud er sie alle zu sich nach Hause ein und bewirtete sie. Seine Gastfreundschaft machte die Begegnungen zu etwas Besonderem.
Sein Engagement für die Schule zeigte sich auch dort, wo es im Alltag oft besonders viel Organisation und Geduld brauchte: bei der Erstellung der Stundenpläne. Diese Arbeit nahm er mitunter sogar mit in den Urlaub. Dann saß er vor seiner Hütte im Ferienpark Schloss Dankern und tüftelte an den Stundenplänen für seine Kolleginnen und Kollegen. Mit großer Sorgfalt und viel Wohlwollen versuchte er, möglichst allen gerecht zu werden. Dabei hatte er nicht nur die organisatorischen Anforderungen im Blick, sondern ebenso die Menschen dahinter. Denn für die Bedürfnisse und Befindlichkeiten seiner Kolleginnen und Kollegen hatte er feine Antennen.
Frau Schröder erinnert sich dankbar an die erste Zeit zu Beginn ihrer Tätigkeit an der Schule: „Als ich aus einer persönlich schwierigen Situation an die Schule kam, hat er mir einen Alternativkurs zugewiesen, in dem ich Glück unterrichten sollte. Das hat mir damals sehr geholfen.“ Diese Erinnerung steht beispielhaft für seine besondere Fähigkeit, Menschen wahrzunehmen, ihre Situation zu verstehen und sie mit kleinen, aber bedeutsamen Gesten zu unterstützen.
Viele aus dem Kollegium erinnern sich außerdem an die liebevoll geschmückten Tische zu Nikolaus. Reich gedeckt mit feinen Schokotäfelchen und Mandarinen, versüßten sie den Kolleginnen und Kollegen die kalte und mitunter stressige Jahreszeit. Auch darin zeigte sich Klaus Blumbergs besondere Art, anderen eine Freude zu bereiten.
Frau Benkert beschreibt ihre Erinnerung wie folgt: „Klaus Blumberg war wie ein Mentor für mich. Als ich im August 1996 an die Albert-Schweitzer-Realschule kam, übernahm ich seinen Platz im Lehrerzimmer. Er wurde Konrektor. Durch unsere gemeinsamen Fächer Mathematik und Physik haben wir stets eng zusammengearbeitet. Später unterstützte er mich auf dem Weg in die Leitungsebene und so trat ich 2018 seine Nachfolge als Konrektorin an“.
Natürlich gab es auch Meinungsverschiedenheiten. Doch sie waren nie von Bestand, „und dann lag ich mir mit Klaus wieder in den Armen“, erzählt Frau Zieris. Wenn die Stimmung ausgelassen war, durfte auch der Humor nicht fehlen: So konnte es schon einmal vorkommen, dass Herr Blumberg mit einer DJ-Bobo-Maske über den Flur tanzte.
2018 ging er in den Ruhestand, kam jedoch immer wieder mal für kleine Stippvisiten vorbei. Noch im vergangenen Jahr war Klaus Blumberg als Juror beim Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen anwesend. Nun ist er nicht mehr unter uns. Was bleibt, sind die vielen Erinnerungen an einen Menschen, der unsere Schule über viele Jahre geprägt und bereichert hat – als engagierter Lehrer und Konrektor, als verlässlicher Kollege und vor allem als Mensch mit einem großen Herzen, viel Humor und einem besonderen Gespür für andere.
Lieber Herr Blumberg, es war uns eine Ehre, Sie kennengelernt und mit Ihnen zusammengearbeitet zu haben. Wir danken Ihnen für alles, was Sie unserer Schulgemeinschaft gegeben haben. Sie werden uns fehlen, aber in unseren Erinnerungen und in unseren Herzen bleiben Sie lebendig.
Danke, lieber Klaus Blumberg.
Text / Foto: Claudia Schröder
