Gemeinsam mit der Klasse 6b befanden sich Frau Kloß und Frau Hoffmann, Referentin der psychologischen Beratungsstelle Remscheid, im Aktivitätsraum, um über Zivilcourage zu sprechen. Zeitgleich ereignete sich sichtbar ein Zwischenfall an der Bushaltestelle. Zwei Jungen prügelten aufeinander ein. Während alle Umstehenden unter Schock standen, wurde Frau Kloß aktiv, rannte aus dem Raum hinaus zur Bushaltestelle, um die beiden Jungen auseinanderzuzerren, was ihr auch gelang.
Das war ein Fall von Zivilcourage. Aber, was genau ist mit diesem Wort gemeint? Courage bedeutet Mut. Gemeint ist der Mut, der eingesetzt wird sich selbst und anderen in schwierigen Situationen zu helfen. Zivilcourage bedeutet aber auch „Hinschauen statt wegsehen“, denn es geht ja nicht nur um das Einschreiten in brenzligen Situationen, sondern auch darum den Mut zu entwickeln, Ängste zu überwinden, angemessen zu reagieren und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, wenn jemand unfair behandelt, gemobbt oder bedrängt wird. Auch für Gerechtigkeit einzutreten ist ein Zeichen von Zivilcourage.


Die Referentin als auch das Team der Schulsozialarbeit sensibilisierten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 anhand von Filmen und kooperativen Spielen für dieses Thema. Sie hatten sich eigens dafür vier Schulstunden Zeit genommen, um mit jeder der sechsten Klassen intensiv unterschiedliche Situationen der Zivilcourage zu besprechen.


„Mir hat geholfen, dass ich das Handzeichen gelernt habe, das ich einsetzen kann, wenn ich belästigt werde“, erzählt Lara (6b). „Ich freue mich, dass Lara das Hilfezeichen hervorhebt. Denn genau das war unser Ziel: Kinder zu stärken, sich selbst zu schützen und gegebenenfalls Hilfe zu holen“, erläutert Frau Kloß.
Florian (6b) fügt hinzu: „Für mich hat dieser Zivilcouragetag gezeigt, dass man aufeinander achten und sich gegenseitig helfen soll. Aber so mutig wie Frau Kloß, die einfach die prügelnden Jungen auseinandergebracht hat, bin noch nicht.“
Text: Claudia Bulut
Fotos: Melanie Kloß
